Toscana
Die Toscana – eine Reise in den „Grünen Garten Italiens“ mit dem Abstecher nach Pisa
Es heißt, als die Erde bereits in ihrer ganzen Pracht existierte, setzte Gott nochmals an und schuf die Toskana. So wurde aus diesem Landstrich in Mittelitalien eine einzigartige Oase der Schönheit, Ästhetik und der Kreativität.
Heute kann die Toskana mit ihrer tausendjährigen Geschichte, die zahlreiche weltberühmten Kunstwerke von der römischen Antike über die Renaissance bis hin zur Neuzeit hinterließ, zurückblicken. Sie ist die lebendigste und modernste Region Italiens, das Dolce Vita.
Das ausdrucksvolle Gesicht der Toskana mit ihrem milden Klima
zeigt sich in einer harmonischen, farbenfrohen und vielfältigen Landschaft mit grünen Chiantihügeln, Naturparks, Naturschutzgebieten sowie einem herrlichen Meer mit kilometerlangen Sandstränden, die von Pinienhainen und verträumten Buchten gesäumt werden.
Schlanke Zypressenalleen, silberschimmernde Oliven- und grüne Zitrushaine sowie malerische Weingärten, die in perfekter Form an die Hügelhänge zueinander angelegt wurden, prägen diese Landschaft und spiegeln ihre einzigartige Charakteristik wider. Fast wie ein Stilleben wirken die wunderschönen Casolaris, die in ihrer rustikalen Architektur durch Funktionalität und Harmonie bestechen. Das Toskanische Hügelland wird von zahlreichen Flüssen und Flüßchen durchzogen und graue Etruskermauern wechseln sich mit roter Backsteingotik, alten Kulturstädten sowie pittoresken Fischer- und Touristenhäfen ab, die vom Schattenspiel der ziehenden Wolken begleitet werden. Es ist das großartige Zusammenspiel von Formen und Farben, das von Menschen über die Jahrhunderten gestaltet wurde und selbst Johann Wolfgang von Goethe wahre Jubelschreie entlockte.
Großartige Naturschutzgebiete
Das schönste toskanische Naturschutzgebiet liegt im Süden bei Grosseto, hinter abgeschiedenen Sandstränden. Das Wild- und Vogelreservat ist der Regionalpark der Maremma, der sich nicht nur zu Fuß sondern auch sehr gut per Kanu oder Pferd erkunden läßt. Bei Pisa liegen herrlichen Pinienwälder sowie die Naturparks von Migliarina, San Massaciuccoli und Rossore, in ihm liegt das Gut San Rossore, die Sommer-Residenz des Staatspräsidenten und Ausgangspunkt für Wander- und Reitausflüge. Hinter der Marmorstadt Carrara befinden sich die Apunischen Alpen mit ihren bizarren Berggipfeln, die Bergsteiger magisch anziehen, sowie eines zahlreichen Highlights, die Höhlengänge der Grotta del Vento, die bis ins tiefste Innere der weißen Marmorklippen führen.
Das ursprünglich ländliche Gebiet der Toskana
liegt mit seinen künstlerisch wertvollen Ortschaften um Pisa herum. Schon von weitem grüßen wunderschöne Villen, Schlösser und Kirchen im romanischen Stil, die fast majestätisch von Hügeln blicken. Weit verstreut liegen romanische Pfarreien, die Certosa (Klosteranlagen), großartige Herrenhäuser und kleine Burgen aber mit großer Geschichte, mächtige Festungen sowie der Naturpark Monte Pisano, der zum Erholen einlädt. Insgesamt sind 39 große und kleine Gemeinden zu entdecken, unter denen sich auch das antike etruskische Velathri und das kaiserliche San Miniato befinden, die unbedingt besucht werden sollten. Östlich von Florenz, an der Grenze zur Emilia-Romagna liegt der urigste Hochwald Italiens, der Nationalpark Casentino, dessen schattige Bergkette selbst im Hochsommer noch Kühle, Frische und Ruhe spendet. Das riesige Gebiet wurde einst von Benediktinermönchen des einsamen Klosters Vallombrosa gepflegt, heute leben in diesem Gebiet wieder Wölfe.
Pisa - die drittgrößte Stadt der Toskana
hat sich mit ihren 100.000 Einwohnern, den drei Universitäten sowie einem modernen Forschungszentrum zu einer modernen Industriestadt entwickelt. Sie liegt eingebettet zwischen Olivenhainen und Weinbergen und nur 10 km vom Tyrrhenischen Meer entfernt. Einst war sie eine mächtige Seerepublik am Arno, die an einer großen Lagune lag, die allmählich versandete und so wurde aus der Hafenstadt eine Landstadt an der unteren Arnoebene. Ihre Blütezeit erlebte sie im Mittelalter, das bezeugen noch heute die zahlreichen historischen Denkmälern.
Pisas Anfänge reichen bis in die Etruskerzeit zurück, bis sie später römische Kolonie wurde. Schon im 1. Jh. soll sie einen christlichen Bischof gehabt haben, sicher ist aber, daß es dort im 4. Jh. Bischöfe gab. Diese lange christliche Tradition ist für die Geschichte sowie die Baukunst dieser Stadt von großer Bedeutung.
In der sehr lebendigen Stadt gibt es viel zu entdecken ob es die eindrucksvollen Bauwerke, die Kunst oder aber die wunderschönen Plätze sind.
Auf dem Domplatz (Plazza die Miracoli) stehen die grandiosen und gewaltigen Baudenkmäler dicht zusammen wie der Dom und der Schiefe Turm aus weißem Carrarastein, das Symbol der Stadt. Beeindruckend wirkt das prächtige Baptisterium, ein Rundbau von 107,25 Metern mit reichem Skulpturenschmuck sowie die gotische Friedhofshalle Camposanto mit ihren Hauptwerken „das Jüngste Gericht“ und „der Triumph des Todes“. Alle Bauwerke wurden von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.
Die antiken Paläste, Kirchen, Monumente und Plätze, die auf dem Ufer des Arno liegen, sind auch per Boot zu besichtigen und von März bis September lädt die ökologischen Bahn zur spannenden Entdeckungsfahrt durch Pisa ein.
Am besten, man besorgt sich die Sammeleintrittskarte, mit der die Besichtigungen der wichtigsten Sehenswürdigkeiten wie Stadtmauer, Kathedrale, Monumentalfriedhof, Baptisterium, Museum der Dombauhütte etc. günstiger werden.
Der christliche Glaube ist allgegenwärtig
In keiner anderen Stadt hat der Glaube eine solche Eigenständigkeit entwickelt wie in Pisa, das zeigen auch die großartigen historischen Baudenkmäler.
Am Dom, dem ersten Monumentalbau Italiens wird der morgenländischen Einfluß, zu dem sich nun auch der hellenistische gesellte, ganz deutlich erkennbar. Sein Baumeister Busketus verwandte u.a. Steine und Säulen antiker Tempel, das besagen die Gravuren römischer Inschriften.
Besonders schön ist das berühmte Bronzetor von Bonanus Pisanus, der den Türflügel in einem Stück gegossen und mit Szenen der biblischen Geschichte verziert hat, dessen Expressionismus fast modern wirkt.
Der fünfschiffige Kirchenraum wird durch gewaltige nolithische Säulen gestützt und die Galerie der Galerie wird durch Rundbogen getragen. Die Fassade des Doms besteht aus weißem Carraramarmor mit grauen Streifen und die Apsis fasziniert durch das Gold des romanisch-byzantinischen Pantokrator-Mosaiks, das Christus als Weltherrscher zeigt und zugleich Pisas Macht symbolisiert. Die prächtige gotische Kanzel von Giovanni Pisano (1302-1311) zeigt das dramatische Relief vom „Jüngsten Gericht“, das die Vergänglichkeit alles Irdischen verkündet.
Eine kulinarische Entdeckungsreise
Die Einheimischen mögen es nicht üppig, sie bevorzugen Speisen, die „duftend und intelligent“ sind und die man mit Hingabe und stiller Lust genießen kann.
Das Besondere an der weltbekannten und vielgeliebten toskanischen Küche ist die einfache Zubereitung der einheimischen Erzeugnisse, zu denen das Fleisch aus eigener Aufzucht oder den Wäldern gehört. Der wichtigste Bestandteil der Zubereitung ist das geschmackvolle milde Olivenöl, die frischen Kräuter und das herrliche Gemüse aus dem Garten, das stets als Beilage serviert wird. Die zahlreichen Gerichte mit Fisch- und Meeresfrüchten besonders der Küstenorte von der Lunigiana bis hin zu den Maremmen oder aber die zahlreichen Arten von Pilzen, zu denen die duftenden Trüffel zählen, die den Gerichten eine ganz besondere Note verleihen, sind wahre Leckerbissen. Den Abschluß der aromatischen Köstlichkeiten bilden die hausgemachten Desserts wie das panforte etrusco oder der cantuccini wie auch der ossi di morto, die niemals fehlen dürfen.
Ein Essen ohne Wein ist kaum vorstellbar, das vielseitige Weinangebot reicht vom Chianti classico bis zum Bianco vergine della Val di Chiana , vom Rosso Colline Lucchesi bis hin zum dunkelroten Nobile Montepulciano, durch die der Gaumenschmaus erst so richtig vervollständigt wird.
Meer und Strände
Die 328 km lange Küste bietet Sportlern, Wasserraten und Strandurlaubern zahlreichen Möglichkeiten. Ein idealer Ausgangspunkt ist die Küstenlandschaft Versilla mit ihren langen, flachen Sandstränden, während die Etruskische Riviera von buchtenreichen Küstenabschnitten geprägt wird.
Die Inseln des toskanischen Archepels Capraia, Elba, Giannutri, Giglio, Gorgona, Montecristo und Pianosa eignen sich besonders gut für einen Urlaub am Wasser, denn sie liegen im größten Meeresnationalpark Europas, dem Parco Nazionale dell’Arcipelago Toscana der Tauchern eine faszinierende Unterwasserwelt mit bunten Fischschwärmen offenbart. Auch Segler kommen voll auf ihre Kosten, denn der gute Service der Marinas mit ihren insgesamt 14.000 Liegeplätzen sowie die optimalen natürlichen Gegebenheiten, bieten Möglichkeiten der Superlative.
Golfen - 12 Monate lang
die herrliche Landschaft der Toskana bietet mit ihrem milden Klima und den 19 Golfplätzen ein wahres Paradiese der Ruhe und Erholung. Die Clubhäuser befinden sich oft in herrschaftlichen Landsitzen und strahlen einen besonderen Charme aus wie der Circolo Golf dell’Ugolino im Chianti, der auf dem historischen Areal des 1889 gegründeten Florence Golf Clubs liegt.
Thermen- und Wellness-Tempel
Aus den Gesteinsschichten der Toskana sprudeln zahlreiche wärmende Heilwasser und so liegen mehr als 20 Thermalorte zwischen dem Apenninbogen im Norden und dem erloschenen Vulkan Monte Amiata im Süden. Schon die Etrusker erkannten die heilende Wirkung des Wassers und behandelten mit den schwefel- und mineralreichenhaltigen Quellen Haut-, Leber- und Nierenleiden.
Bis heute haben sich wahre Wellnesstempel für Kuren, Entspannung und zum Energie tanken entwickelt, zu dem auch der renommierteste Kurort Montecatini Terme bei Postola zählt. In neun seiner Thermalbädern steigen aus 1000 Meter Tiefe warme Quellen auf, mit jeweils anderen Heilstoffen und unterschiedlichen Wirkungen. Weitere Kurorte sowie luxuriöse Hotels mit eigenen Kurabteilungen locken ihre Gästen mit den neusten Therapien. Vor Antritt einer Kur ist es ratsam, sich bei der eigenen Krankenkasse über evtl. Rückerstattungen beraten zu lassen.
Eine Reise in die Toskana bedeutet, die herbe Schönheit einer besonderen Landschaft genießen zu können, bei der man einer großartigen Kunst begegnet, die eine Rückbesinnung auf den Ursprung fordert.
Info-Tipp
Staatl. Italienisches Fremdenverkehr
Kaiserstr. 65, 60329 Frankfurt
Tel: 069-237434 Fax: - - 23 28 94
www.turismo.toscana.it/
