Der nördliche Peloponnes mit der Hauptstadt Patras – eine kontrastreiche Landschaft von Berg und Meer
Die Präfektur Achaia liegt im Nordwesten des Peloponnes, etwa 3,5 Stunden von Athen entfernt. Die vorteilhafte geografische Lage macht die Region zu einem idealen Reiseziel für jeden Geschmack und zu jeder Jahreszeit. Das Panorama der Landschaft zeigt sich vielgestaltig und vielseitig. Es locken herrliche Badestrände an der Küste, alpine Gebirgszüge mit ihren schneebedeckten Gipfeln im Landesinneren sowie verstreut liegende antike Kulturstätte und mittelalterliche Wehrdörfer, die einen Einblick in die Geschichte Griechenlands geben.
Der Peloponnes ist die Geburtsstätte der ersten Hochkultur auf dem europäischen Festland. Hier liegen die mythischen Wurzeln der klassischen Antike, die sich noch heute in Olympia, Mykene, Korinth und Sparta widerspiegeln. Archäologische Funde wie Siedlungsreste, Gräber oder Tongefäße zeigen, daß die fruchtbaren Küstenebenen Achaias bereits 6000 v. Chr. besiedelt waren. Besonders zahlreich sind die Funde aus der spätmykenischen Zeit in Argolis, Messenien und Lakonien.
Die Berglandschaft von Achaia Entlang der Küste haben sich im Laufe von Jahrhunderten Schwemmlandschaften gebildet, die zu fruchtbarem Bauernland wurden. Das Bergland ist stark zerklüftet, Gebirgssockel mit Kalksteinmassiven bilden langgezogene Gebirgskämme, die von tief eingeschnittenen Flußtälern durchzogen werden. Vom Kuppelberg Chelmos (Aroania) mit seinen drei markanten Gipfeln entspringen Bäche und Flüsse, die beeindruckende Schluchten und Talkessel geformt haben, in denen farbenprächtige Oleanderbüsche wachsen. Die großartige Gebirgslandschaft mit ihrer typischen Vegetation offenbart Naturfreunden und Wanderern ein wahrhaft beeindruckendes Paradies. Bis zur Baumgrenze führt der Weg durch mehrere Vegetationszonen, in deren Mitte Walnussbäume, Edelkastanien und in den höheren Lagen Tannen und Fichten wachsen. Die Besteigung des 2.341 Meter hohen Gipfels des Chelmos ist ein Highlight für jeden Bergsteiger, und die wunderschöne Wanderung zu den Wassern des Styx ist für jeden Naturliebhaber ein echtes Erlebnis. In einem abgelegenen Tal bei Valimi liegt ein malerischer Bergsee und bei Kastria lockt eine geheimnisvolle Höhle, deren Tropfsteine sich in unterirdischen Seen spiegeln. Besonderes Vergnügen bereitet die spektakuläre Fahrt mit der Zahnradbahn, die durch die Vouraikos-Schlucht mit ihren schroffen Felsen und grünen Wäldern führt. Dort findet man ganz vereinzelt und fast versteckt kleine Bergdörfer, deren stolze Bewohner sich ihre authentische Lebensart bewahrt haben. Bedingt durch das günstige Klima ist die Region bis zu ca. 800 Meter Höhe mit üppigem Pflanzenwuchs bedeckt, in der Ebene zeigt sich eine nahezu liebliche Landschaft mit Olivenhainen, Weinbergen, Zitrus- und Obstbäumen und in den Parks wachsen sogar subtropische Pflanzen wie Bananen, Palmen und Yuccas. Die Küste wird von Pinienwäldern, Zypressenhainen, Feigen- und Maulbeerbäumen, die sich entlang der Hügel emporziehen, geprägt. Die gemäßigten Sommertemperaturen in den Bergen laden zum Wandern ein, wobei die Wanderpfade oft an kleinen Siedlungen vorbei führen, die aber nur im Sommer von Hirten bewohnt werden. Der 6.343 Meter lange Kanal von Korinth zieht sich von Patras bis nach Korinth, an dessen Seiten bis zu 80 Meter hohe Felswände aufragen, die von mehreren Brücken überspannt werden. Die Durchfahrt des Kanals auf dem Weg vom Ionischen Meer in den Saronischen Golf (oder umgekehrt) gehört zum Angebot zahlreicher Griechenland-Kreuzfahrten und ist ein besonderes Erlebnis.
Der Golf von Korinth erscheint wie ein Binnenmeer mit einer buchtenreichen Küste, an der zahlreiche Badeorte mit abwechslungsreichen Stränden liegen, die ein wahres Paradies für Sonnenanbeter und Wasserratten sind. In den Sommermonaten herrscht hier reges und ungezwungenes Urlaubstreiben, denn durch die räumliche Nähe der umliegenden Städte zieht es besonders an den Wochenenden Einheimische sowie Touristen hierher, die dann Griechenlands Sonne und das herrliche Wasser genießen. . Patras - das Tor zum Westen und eine der wichtigsten Hafenstädte Griechenlands ist auf der gut ausgebauten Nationalstraße bequem erreichbar. Die viertgrößte Stadt des Landes ist Hauptstadt der Präfektur Achaia und Mittelpunkt Westgriechenlands sowie Verwaltungszentrum, Universitätsstadt, Kulturzentrum und Sitz eines Erzbischofs. Patras ist eine junge Stadt, die nach der Zerstörung während des griechischen Befreiungskampfes (1821) ab 1856 wieder aufgebaut wurde und damit ein völlig neues Gesicht erhielt. Die Stadt, die sich vom Hafen bis zur Festung an einem Berghang erstreckt, wurde mit geraden und breiten Straßen, weitläufigen Plätzen sowie Alleen, die von Bäumen gesäumte werden und zahlreichen Grünflächen angelegt. In der Altstadt wechseln sich morbide Bürgerhäuser mit eleganten Stadthotels ab wie z.B. das Byzantino, bei dem sich alte Mauern und modernes mediterranes Design ein Stelldichein geben. Zwischen modernen Hochhäusern, Textil- und Papierfabriken liegen gemütliche Straßencafés, schicke Restaurants, Bars und Schnellimbisse, die mit griechischen und internationalen Leckerbissen verwöhnen und mit ihrem mediterranen Flair zum Verweilen einladen. Einheimische und Touristen drängeln sich in den Einkaufsstraßen und engen Gassen, in denen elegante Boutiquen, Geschäfte und Galerien zum Kauf von so mancher exklusiven Rarität bis hin zum modischen Schnickschnack verführen.
Patras und seine kulturellen Schätze Zu den Sehenswürdigkeiten gehört das 1872 erbaute erste Operntheater des Landes, das Apollo Theater auf der Platia Vassileos Georgiou, das zu einem der beeindruckendsten architektonischen Bauwerke der Stadt zählt. Das Antike Odeon aus der Römerzeit ist in den Sommermonaten ein beliebter Ort für Konzerte und Musikveranstaltungen. Das Archäologische Museum zeigt Skulpturen und Keramiken aus der klassischen hellenistischen und römischen Zeit wie die Athena-Statue und ein Mosaik aus einer römischen Villa.
Eine steile Treppe (230 Stufen) führt zum Kastro, einer alten Festung, die hoch über der Altstadt von Patras thront und mit einem wunderschönen Rundblick über die Stadt, den Hafen und das Meer verzaubert.
Das Dassylion, „die Veranda“ des Paträischen Golfes, sollte man unbedingt besuchen, es ist eine Art Pinienhain, der einen malerischen Blick auf Patras und das Meer freigibt.
Griechenland ist jedoch von jeher auch ein Weinbauland Schon in der Antike gediehen an der Nordküste des Peloponnes bis nach Korinth (daher der Name Korinthen) hochwertige Weinreben. Die vorteilhafte geografische Lage der Hafenstadt Patras begünstigte den Handel, vor dessen Hintergrund sich ein wohlhabendes Bürgertum entwickeln konnte. Die klassizistischen Herrenhäuser mit ihren pastellfarbenen Fassaden in Türkis, Rosé, Apricot und Zitronengelb spiegeln noch heute den damaligen Reichtum wider.
Nur etwa 8 km von Patras liegt inmitten der fruchtbaren Umgebung malerisch auf einem Hügel das Weingut Achaia Clauss, das erste Weingut Griechenlands. Es wurde 1854 vom bayerischen Gustav Clauss gegründet und ist heute eine berühmte Weinkellerei, die sowohl den griechischen, als auch den internationalen Markt bedient. www.clauss.gr Obwohl Patras eine moderne Stadt ist, werden Tradition und Brauchtum liebevoll gepflegt. Der italienische Einfluß ist allerdings unverkennbar, da die naheliegenden Ionischen Inseln viele Jahrhunderte unter der Herrschaft Venedigs standen. So ist es auch nicht verwunderlich, daß der seit 170 Jahren berühmte Karneval von Patras zum Kulturgut gehört. Es ist das größte Karneval-Ereignis in Griechenland, das zwei Wintermonate mit Veranstaltungen füllt und an dem alljährlich 50.000 Karnevalisten teilnehmen und das imposante Fest feiern.
Kulinarische Köstlichkeiten Zu ihnen gehören die typischen Speisen des Mittelmeerraumes, bei denen der herrliche griechische Wein - wie zum Beispiel Roditis (weiße Rebensorte), Mavrodaphne (Likörwein) und der Moschato (Weißer Muskat) - nicht fehlen darf. Als Appetitanreger beginnt man am besten mit einem Ouzo oder Tsipouro.
Besonders gut schmecken die einheimischen Käsesorten wie der Feta mit Sauerteigbrot und natürlich das Fleisch von Zicklein und Lamm sowie der frische Fisch. Zum Nachtisch locken die verführerischen Süßspeisen vom Backblech, der extrasüße in Würfeln geschnittene Loukoumi sowie die verführerischen süßen Löffelfrüchte. Um möglichst viele Köstlichkeiten probieren zu können, empfiehlt sich ein kulinarischer Querschnitt: Die „Mezedes“ - Vorspeisen, die oft aus mehr als 20 Variationen bestehen. Dazu munden vorzüglich die roten oder weißen Landweine oder auch das einheimische Bier.
Seit 2004 ist Patras direkt an das griechische Fernstraßennetz angeschlossen und die Reisewege haben sich vereinfacht. Nach fünf Jahren Bauzeit wurde 2004 die längste Schrägseilbrücke der Welt, die 2.252 Meter lange Charilaos Trikoupis-Brücke freigegeben, die den Golf von Korinth bei Rio–Antirio überspannt und den Peloponnes mit dem griechischen Festland verbindet.
Der Hafen von Patras ist für den internationalen Schiffsverkehr sowie für die Überfahrt mit den Autofähren von und zu den italienischen Häfen von besonderer Wichtigkeit. Für Besucher, die den Luftweg für ihre Anreise in die nordwestliche Region des Peloponnes bevorzugen, gibt es während der Sommermonate internationale Charterflüge zum Flughafen Araxos, der ca. 40 km westlich von Patras liegt. .
Info-Tipp
Reisepass: ja, oder Personalausweis Visum: nein Einreisebestimmungen: keine Beste Reisezeit: Hauptsaison: Juni - September, heißeste Monate: Juli u. Aug. Der „kleine Sommer“ von: Okt. – Nov. Kleidung: Leichte Kleidung, Wolljacke u. Pullover Impfungen: keine Währung: Euro Kreditkarten: alle gängigen Karten Zeit: MEZ: + 1 Std. Strom: 220 V Wechselstrom Sprache: Griechisch, Deutsch, Englisch
Info-Telefon Griechische Zentrale für Fremdenverkehr Frankfurt: 069-236561
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